Die Geschichte der Steger-Stiftung beginnt mit meiner Zulassung als Psychoanalytikerin durch die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns im Jahre 1972 Damit endete für mich eine fast zwei Jahrzehnte andauernde grosse finanzielle Beengung. In diesem befreienden Moment verspürte ich den Wunsch, der Psychoanalyse etwas zurückzugeben und meine Dankbarkeit durch eine Stiftung zu verwirklichen, deren Ziel die Förderung der Psychoanalyse ist.

Eigentlich begann alles schon in meiner Jugend, als ich selbst eine sehr positive Erfahrung mit der Psychoanalyse als Therapie gemacht hatte. Das hat mich so überzeugt, dass ich 1955 selbst eine psychoanalytische Ausbildung begann, die ich dann 1962 abgeschlossen habe. Die Arbeit mit der Psychoanalyse im Dienste der Patienten wurde für mich zu einer regelrechten Berufung. Dafür bin ich sehr dankbar, auch dafür, dass es mir möglich war, durch die Kassenzulassung als Therapeutin eine gesunde finanzielle Lebensgrundlage zu haben.

Zweck der Stiftung ist es, begabte Ausbildungskandidaten der Akademie für Psychoanalyse und Psychotherapie München e.V. finanziell zu fördern. Außerdem ist es mein Wunsch, dazu beizutragen, dass die psychoanalytische Forschung unterstützt wird, um den Stellenwert der Psychoanalyse als Heilmethode für seelische Leiden zu fördern und ihre Wissenschaftlichkeit soweit wie möglich unter Beweis zu stellen.

Im Jahre 2001 habe ich die Stiftung mit einem Gründungskapital von DM 1 Mio. ausgestattet. Durch Zustiftungen und kleinere Spenden ist es gelungen, das Stiftungsvermögen bis Ende 2009 auf 900.000 Euro fast zu verdoppeln. Der für den Stiftungszweck verwendbare Erlös der Stiftung ist naturgemäß von den Verhältnissen am Finanz- und Wohnungsmarkt abhängig. Es gibt bereits mehrere von der Stiftung geförderte Stipendiaten. Ein Großteil der jährlichen Ausschüttungen ging anfangs vor allem an Forschungsprojekte, so dass z.B. die erfolgreiche psychoanalytische Behandlung von Depressionen wissenschaftlich nachgewiesen werden konnte. Mir ist es ein grosses Anliegen, dass die Stiftung auch weiterhin diesen wertvollen Beitrag für den wissenschaftlichen Stand der Psychoanalyse verfolgen kann.

Ich habe mich zwischenzeitlich aus dem operativen Geschäft der Stiftung zurückgezogen und konnte für den Vorstand zwei jüngere Kolleginnen und einen Kollegen gewinnen, die meine Arbeit im guten Sinne fortführen.

Dr. Zita Steger-Hain
(München im Dezember 2011)

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